Initiative für den Erhalt tierischer Insuline

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Abschlussartikel Juni 2007

IQWIG

zu der Sitzung am 16.11.2006 im IQWIG

Insulintherapie


4.2. Vergleich: tierische Insuline – Humaninsulin
Als Anfang der 1980er-Jahre Humaninsulin eingeführt wurde, war eine der Hoffungen, dass das "menschliche" Hormon besser verträglich sein könnte. Auch wenn tierisches und Humaninsulin weitgehend identisch waren, genügten die Unterschiede, um bei einigen Patienten das Immunsystem zu aktivieren. Zeichen dafür waren Antikörper, die gegen Insulin gerichtet waren. Solche Antikörper bildeten sich gerade bei Patienten, die Rinder-Insulin verwendeten.

Allerdings ist nicht sicher, ob der Wechsel von tierischem Insulin zu Humaninsulin für Menschen mit Diabetes spürbare gesundheitliche Konsequenzen hatte. Zuletzt haben Forscher der Cochrane Collaboration im November 2004 alle Studien zusammengefasst, in denen tierische Insuline mit Humaninsulin verglichen wurden. Zwar fanden die Wissenschaftler insgesamt 45 Studien mit insgesamt etwa 2.150 Teilnehmern, meist Erwachsene mit Typ-1-Diabetes. Die wirklich wichtigen Fragen zur Gesundheit wurden in diesen Studien allerdings nicht untersucht, also zum Beispiel die Wirkung auf diabetesbedingte Folgeerkrankungen oder auf die Lebenserwartung der Teilnehmer. In keiner dieser Studien wurden Menschen zu ihrer Zufriedenheit mit der Therapie oder zu ihrer Lebensqualität befragt.

Geprüft wurde in den Studien lediglich die Blutzuckereinstellung, gemessen an der Höhe der Blutzuckerwerte und des HbA1c-Wertes. Das Ergebnis: Leichte oder schwere Unterzuckerung gab es während der Behandlung mit Humaninsulin ebenso oft wie mit tierischem Insulin; auch der Insulinbedarf war identisch.

Genauer haben die Forscher auch untersucht, ob sich als Reaktion auf das Humaninsulin weniger Antikörper gegen Insulin bildeten als bei den tierischen Insulinen. Im Vergleich zwischen Human- und Schweine-Insulin fanden sie keinen Unterschied. Patienten, die Rinder-Insulin einsetzten, reagierten aber häufiger mit der Bildung von Insulinantikörpern. Bis heute ist unklar, ob und welche Folgen diese Antikörper für die Insulinwirkung und für die Patienten hatten.

Insgesamt ist nach dieser Auswertung nicht belegt, dass der Wechsel von Schweineinsulin zu Humaninsulin wirklich die Therapie verbesserte. Der Wechsel führte aber dazu, dass sich die Therapie verteuerte. Mittlerweile gibt es in Industrieländern nur noch wenige Patienten, die Schweine-Insulin injizieren. Die Hersteller haben Schweine-Insulin in vielen Ländern komplett vom Markt genommen. Menschen, die weiterhin Schweine-Insulin nutzen wollen, müssen es aus dem Ausland einführen lassen und möglicherweise die Kosten selbst tragen.

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